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„Milieu und Gemeinde – Erreichbarkeiten von Milieus und deren Konsequenzen für die Gemeindepädagogik“ |
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Unter dieser Thematik stand der Studientag zum Wintersemesterbeginn 2011/2012 an unserer Hochschule am 5. Oktober.
Gastdozent war Prof. Dr. Hans Hobelsberger von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Paderborn, der sich schon seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema Milieus und Gemeindearbeit auseinandersetzt.
Der Studientag begann mit einer Andacht (Prof. Dr. Knittel) und einem gemeinsamen Frühstück der Studierenden. Nach einer kurzen Einführung zur Thematik durch den den Studientag leitenden Dozent Tobias Petzoldt, begann Prof. Dr. Hans Hobelsberger mit einem Referat, in dem er, am Beispiel von Jugendlichen, die Grundlagen der Milieuforschung beschrieb. Dabei stellte er 7 Milieus vor (nach „Sinus Milieus“ von Sinus Sociovision): Traditionelle, Bürgerliche, Konsum-materialistische, Postmaterielle, Hedonistische, Performer und Experimentalisten. Durch die gute Darstellung und den starken Bezug zum Alltag, stieß die Thematik auf großes Interesse bei den Studierenden. Diese dachten nicht nur darüber nach, in welches Milieu sie wohl am ehesten passen würden, sondern stellten immer wieder vertiefende Fragen. Gewicht legte Prof. Dr. Hans Hobelsberger bei seinen Ausführungen darauf, dass diese Einteilung in Milieus nicht für das Zuordnen von Menschen, sondern zum Ordnen gesellschaftlicher Strukturen gedacht und immer nur eine Momentaufnahme sei. Dennoch gab er zu bedenken, dass sich die Gemeindearbeit dieser Milieus bewusst sein und sich darauf einstellen sollte. Nach einer Mittagspause wurde das Thema in Neigungsgruppen weiter vertieft. Dabei ging es beispielsweise um die Fragen, ob man Menschen überhaupt in soziale Schubladen klassifizieren sollte und ob man verschiedene Milieus in einem Gottesdienst vereinen können oder ob nicht Zielgruppengottesdienste eine bessere Lösung wären. Weitere Neigungsgruppen beschäftigte sich mit den Fragen, wie man Randmilieus erreichen könnte und wie man die bereits erreichten Milieus und deren Eingliederung weiter pflegen könnte. Die letzte Gruppe dachte darüber nach wer Kirche eigentlich gestaltet, welche Milieus welche Posten besetzen und wer die nicht erreichten Gruppen repräsentiert. Die aus den Diskussionen folgenden Ergebnisse stellte dann jede Gruppe im Plenum vor. Dabei stellte sich heraus, dass in den meisten Gruppen ähnlich diskutiert wurde. Eine zentrale Frage blieb: Inwieweit kann man überhaupt alle Milieus erreichen, ohne die anderen Gemeindemitglieder zu vernachlässigen und ohne sich selbst zu überarbeiten und unter Druck zu setzen? Ganz konkrete Antworten gab es dazu nicht, was aber auch nicht unbedingt Ziel dieses Studientages war. Vielmehr sollte auf das „Problem“ aufmerksam gemacht und Erfahrungen ausgetauscht werden. Ich persönlich fand den Studientag sehr gelungen. Ich hatte mich davor noch nie mit der Thematik auseinandergesetzt und bin dankbar darauf aufmerksam gemacht worden zu sein. Ich denke für die Gemeindearbeit ist es wichtig sich auch diese Problematik einzustellen, sie zu verstehen und zu wissen dass man auf Grenzen stoßen wird. Menschen zu begegnen, die schon viel mehr Erfahrungen haben als ich selbst und die Gespräche mit Kommilitonen über die Problematik haben mich außerdem sehr gefreut. Zwei Gedanken haben mich besonders bewegt: Wir können Gott bei unseren Mitmenschen finden und wenn wir Ihnen etwas Gutes tun geben wir Gott damit die Ehre (vgl. Matthäus 25, 40). Schließen möchte ich mit einer Liedstrophe, mit der auch der Studientag endete:
„Er ist der Sohn des Höchsten, doch er kam, um Mensch zu sein; offenbarte Gottes Art, um uns aus Sünde zu befrein. So hab ich ihn erfahren, ich begann, ihn so zu sehn. Und ich meine, es wird Zeit, wir sollten ihm entgegen gehn.“
Pauline Pienkny
| Von Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, am
18.12.11 |
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