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Enamorarte en Ecuador! - „Verlieb dich in Ecuador!“ |
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Dieser Slogan der ecudorianischen Tourismusbehörde wurde für mich Wirklichkeit, als ich sechs Monate in dem kleinsten Andenstaat verbrachte um dort mein sozialpädagogisches Praxissemester zu absolvieren.
Die Menschen, die Vielfalt der Natur und die traumhaften Berge verzauberten mich. Unterschiedliche Bevölkerungsgruppen leben in Ecuador – Indigene, Mestizen, Afroamerikaner,... Positiv ausgedrückt führt das zu einer bunten, kulturellen Vielfalt, die ich erleben und genießen konnte. Negativ betrachtet, existieren dadurch traditionelle Strukturen, die Unterdrückungssituationen, Zugangsschwierigkeiten zu Teilhabe an Staat und öffentlichem Leben durch mangelnde Bildung, Umweltzerstörung, Armut und Hunger fördern. Die Verlierer sind meist die Indigenen, die in dem harten Klima der Anden leben und nur erschwert ihre großen Familien ernähren können. Das hohe Bevölkerungswachstum ist Segen und Fluch in gleicher Ausprägung. Viele Kinder sichern die Versorgung im Alter ab und stellen Arbeitskräfte; jedoch ist der Weg dahin ein weiter und die Kindersterblichkeit hoch! Männer migrieren in die Städte und verleugnen ihre Kultur. Die Frauen bleiben in den Dörfern und entfremden sich ihren Männern. Das Projekt „Proyecto Comunitario“, in dem ich arbeitete, hat die Zielstellung die Lebensbedingungen der Menschen in einem Andendorf – Casa Quemada – direkt vor Ort zu verbessern, indem Unterstützung zur Selbsthilfe erfolgt. Diese Förderung passiert vor allem im Bildungssektor und durch die Stärkung der kulturellen Identität. Mein Aufgabenfeld waren unterschiedliche Englischkurse, Nachhilfe- und Leseunterricht in der Grundschule des Dorfes. Teilhabe an einer Demokratie, die in Ecuador endlich auf dem Weg ist sich zu stabilisieren, geht zumeist über das geschriebene Wort, wodurch sich der Schwerpunkt in der Bildungsarbeit erklären lässt. Zwei Momente möchte ich hier festhalten, die die Ambivalenz ausdrücken können, in der ich mich in Ecuador bewegt habe. Casa Quemada. Andendorf auf über 4000 Meter Höhe. Ein Tag mitten in der Woche. Es ist später Nachmittag. Ich bin auf einem Hausbesuch. Ich rufe laut, als ich mich der Hütte aus Gras nähere. Ich werfe einen Stein auf den kläffenden Hund. Ich betrete die offen stehende Hütte. Alles um mich herum ist verrußt. Ein kleines Mädchen kommt auf mich zu. Sie ist vier Jahre alt. Sie hat keine Berührungsängste, obwohl sie mich noch nie gesehen hat. Sie hat morgens die Ziegen auf dem Feld angebunden. Ihre Eltern sind in der Stadt um zu arbeiten. Sie hat noch nichts gegessen. Sie ist seit Tagen allein. Sucua. Stadt mitten im Regenwald. Ein Jugendaustausch zwischen unterschiedlichen indigenen Gruppen Ecuadors. Sie sprechen verschiedene Sprachen. Unsere Gruppe spricht untereinander ganz natürlich ihre Sprache Kichwa. Die anderen verleugnen ihren kulturellen Hintergrund der Shuar. Ein Grund dafür liegt womöglich in der intensiveren, neueren Unterdrückungssituation. - Ein Monat später. Ein Treffen mit dem Leiter der anderen Gruppe. Was sich verändert hat, frage ich ihn. Sie sprechen ihre Sprache, meint er. Nach meinem Freiwilligendienst in Indien vor dreieinhalb Jahren konstatierte ich, dass ich wohl erwachsen geworden wäre. In Ecuador habe ich Visionen entwickelt, was ich mit meinem Leben anfangen möchte. Ich habe mich oft hilflos gefühlt oder war wütend über die Ungerechtigkeit, die sich mir in ihrer leidvollsten Art offenbarte. Es gibt viel zu tun, um die Welt zu einer besseren, gerechteren Welt zu machen. Ich habe die Hoffnung, dass ich den törichten, naiven Idealismus besitze, kleine Schritte in diese Richtung mit Seiner Hilfe zu verwirklichen. Tengo la esperanza que Dios hace miracles – Ich habe die Hoffnung, dass Gott Wunder tut.
Kristin Rößler E-Mail: kristin.roessler@fhs-moritzburg.de
Weitere Informationen zu dem Projekt in Ecuador finden Sie auf www.proyecto-comunitario.org.
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| Von Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, am
02.12.11 |
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