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Suppe, Seife, Seelenheil, oder: Christen da, wo sie hingehören

Von Diakon Arndt Kretzschmann, Kirchgemeinde St. Georgen in Glauchau

Zu Beginn des Schuljahres 2008/ 2009 tauchten in den Gruppen unserer Gemeinde Kinder aus sozial schwachen Familien auf. Aufgrund der durch ihre sozialen Hintergründe bedingten Besonderheiten wurde die kommende Zeit für die Gruppen eine Zerreißprobe. Die Arbeit in diesen Gruppen konnte nicht für „bürgerlich – normale“ und eben völlig andere Kinder auf einen Nenner gebracht werden.
So entschlossen wir uns, nach Möglichkeiten für ein neues Angebot zu suchen.

Auf der Suche nach Verbündeten wendeten wir uns an die hiesige Kirchenbezirkssozialarbeiterin. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zur Glauchauer Tafel, um dort Möglichkeiten und Bereitschaft für ein von uns verantwortetes Angebot für die Kinder der dort ein und aus gehenden Familien zu erkunden. Das Ergebnis dieser Unterredung war eine Sommerfreizeit, die für die Ferien 2009 angesetzt wurde. In wenigen Wochen waren die ca. 20 Plätze voll! Rund drei Viertel der angemeldeten Kinder kamen aus Familien, die von Hartz IV abhängig sind, über 90% ohne konfessionellen Hintergrund.


Die gute Resonanz seitens der Kinder nutzten wir, um die Teilnehmer gleich zu Beginn des Schuljahres 2009/ 2010 zu einem wöchentlichen Kindertreff einzuladen. Immer mittwochs von 15 bis 17 Uhr treffen sich mittlerweile 25 bis 30 Kinder. Der Ablauf ist jeweils gleich und wird von spielerischen sowie von sozial– und religionspädagogischen Elementen bestimmt. Darüber hinaus statten wir jeder Familie einen wöchentlichen Kurzbesuch ab, um ein Rätsel und damit die Einladung für den nächsten Treff abzugeben.



Punktuell finden auch Veranstaltungen für die ganze Familie statt. Außerdem machen wir gelegentlich ausführlichere Besuche bei Familien, die wir noch besser kennen lernen wollen oder bei denen besondere Hilfestellungen notwendig sind. Im Laufe der Zeit bekommt man so einen Einblick in die Lebenswelt von Familien, die außerhalb unserer Gemeinde leben. Arbeitslosigkeit, Verhaltensauffälligkeiten, mangelnde soziale Kompetenzen, Alkoholismus, Lernbehinderungen, Kriminalität, rechtsextreme Tendenzen und Integrationsprobleme bei Familien mit Migrationshintergrund sind einige der Themen, die uns seitdem verstärkt beschäftigen. Punktuell konnte hier durch Beratung oder praktische Arbeit schon geholfen werden.



Natürlich ist nicht alles in Butter. Die zwei haupt- und die sieben ehrenamtlichen Mitarbeiter stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen. Die Fragen nach den Finanzen, nach Disziplin, angemessenen Methoden oder einfach nach dem Umgang mit unangenehmen Einblicken in problematische Lebenswelten stehen immer wieder auf der Tagesordnung. Aber ein Anfang ist gemacht, Beziehungen sind geknüpft. Christen sind da wo sie hingehören: Bei den (nicht nur materiell) Armen, die praktische Hilfe und das Evangelium dringend brauchen.



Ansprechpartner: Diakon Arndt Kretzschmann, Kirchgemeinde St. Georgen Glauchau, Tel. 03763/ 442911



Spenden sind willkommen! Bankverbindung:



Inhaber: Kassenverwaltung Chemnitz Konto: 10 8200 936 BLZ: 850 951 64 LKG Sachsen



Verwendungszweck: 1401 SB 03 110.02 Kindertreff


 





 

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